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Sonnenallee
In der DDR gab es Pionierleiter und Westverwandte. Im Westen hatte man
Stones-Platten und Jacobs-Krönung. Einige Dinge teilten Ost und West
miteinander - zum Beispiel die SONNENALLEE. Im Westen lag das längere und im
Osten das kürzere Ende. Die Mauer ging mittendurch. Osten hin, Westen her:
Micha liebt Miriam.Es ist eine Geschichte: von jungen Leuten in der DDR der
siebziger Jahre, von verbotenen Songs und von einer großen Liebe. Dazu
Rockmusik aus dieser Zeit, live gespielt von takayo und Freunden.
"...und was dann beinahe drei Stunden lang über die Bühne tobt, ist
von so grandioser Chuzpe und politisch derart unkorrekt, dass Schwedt ... ein
kleines Theaterwunder vermelden kann.
Die kuriose Rockband "takayo und Freunde" rumpelt auf der
Aussichtsplattform ausgelassen durch die Siebziger; die Stones und Jethro Tull
in Koexistenz mit den Puhdys krachen auf Neil Young und Renft.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Spötterdämmerung
"Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" - auch wer Friedrich
Hollaender nicht kennt, weiss aus welchem Song diese Worte stammen. Marlene
Dietrich wurde damit zum Star und verdankt dies nicht zuletzt dem Komponisten
und Texter Friedrich Hollaender.
Doch, warum haben sich die Studierenden des 2. Studienjahres Schauspiel der
Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" unter der Leitung von
Prof. Uwe Lohse ausgerechnet Hollaender ausgesucht?
Er hat mit seinem gesamten Werk ein Zeitdokument geschaffen, das auf
unterhaltsame Weise aus der Ruhe reisst. Hollaender versteht es, selbst dem
tragischsten Moment etwas Komisches abzugewinnen. Und viele der Themen, die er
in seinen Liedern verpackt, sind auch heute noch, oder besser heute wieder,
genauso aktuell und nachvollziehbar wie damals. Doch er war auch einer, dem das
Lachen nach und nach im Halse stecken blieb. 1956 schrieb er "Spötterdämmerung
... es gibt nichts mehr zu spotten".
Den Titel haben sich die Studierenden und ihr Professor für ihr
musikalisch-literarisches Projekt nur geliehen. Sie versuchen in diesem
Programm, Stationen im Leben Hollaenders und seiner ersten Frau Blandine Ebinger
zu beleuchten. Mit Hilfe seiner Lieder und authentischen Interviewtexten kann
ein Blick auf ihre unterschiedliche Sichtweise, ihre Arbeit, ihr Leben und die
politische Situation geworfen werden. Gerade durch diese Texte bekommen die
Lieder einen noch größeren Reiz.
Dies alles erschien den Schauspielstudenten Isabelle Höpfner, Thomas Sprekelsen,
Livia-Sandra Knubel, Ulrike Röseberg und René Schwittay, sehr spannend, auch
durch die Tatsache, dass es keine durchgängigen Rollen gibt. Alle Frauen
spielen die Ebinger, die Männer den Hollaender. Musikalisch begleitet werden
sie von Alexander Klein.
Geschlächter bis dass ein Tod euch scheidet
nach Texten von Jane Martin, Joyce Caroll Oates, Sibylle Berg und Aldo Nicolai
Es ist der Blick auf die Katastrophen des Alltags von Frauen und Männern, die
durch ihr Umfeld und asoziale Strukturen enorme Beschädigungen erfahren haben.
Täglich gelebte Abhängigkeiten als Kampf von Menschen gegen Menschen; Liebe
gegen Hass oder Greuel gegen Märchen. Geschlechter schlagen Schlachten, Sterben
und lassen sterben. Monologische Textfragmente prallen aufeinander und werden
szenisch montiert. Live-Musik vom Klavier und filmische Momente versöhnen
diesen bitteren Abend mit dem Zuschauer.
Regie: Carmen-Maja Antoni
Darsteller: Isabelle Höpfner, Livia Knubel, Ulrike Röseberg, René Schwittay,
Thomas Sprekelsen
Quelle: Uni Potsdam